Filmen mit DSLR Kamera
Sep
Filmen lernen

Die wichtigsten Tipps: Filmen mit DSLR Kamera

Die Abkürzung DSLR steht für Digital Single-Lens Reflex, das heißt, diese Kameras verhalten sich wie analoge Spiegelreflexkameras, funktionieren aber mit digitalem Aufnahme-Sensor und speichern ihre Daten nicht mehr auf Film, sondern auf anderen Speichermedien.

Deshalb ist es eben auch möglich, mit DSLR Kameras zu filmen und richtige Filme zu drehen.

Die zwei alten Platzhirsche unter den lang etablierten Spiegelreflexkameras sind und waren Nikon und Canon. Aber gerade in den vergangenen Jahren wurde der Markt kräftig aufgemischt, und Sony, Panasonic, Fuji und Co haben für fallende Preise gesorgt.

 

Gerade beim Filmen mit einer DSLR gibt es nun also deutlich mehr Auswahl, welche aber ist die beste DSLR zum filmen?


Welche DSLR ist die Beste zum Filmen?

Nun, da streiten sich die Videoexperten. Um einen guten Film zu drehen, sind natürlich mehrere technische Voraussetzungen nötig und manchmal auch entscheidend. Viele lieben die Lichtempfindlichkeit einiger Sony Modelle, Puristen mögen den Film-Look von Canon. Es wird wohl immer eine Frage der Vorlieben und des Geldbeutels bleiben, welche DSLR die beste zum filmen ist. Eins steht aber für viele fest: die Kamera sollte einen guten Sensor haben, um noch bei schwächerem Licht gute Aufnahmen zu machen. Ein guter Sensor verhindert, dass man den ISO-Wert sehr hoch einstellen muss und verhindert somit ein Rauschen im Bild. Außerdem sollten Kameras zum Filmen nicht zu schwer sein.

 

Wo liegt der Unterschied zu Systemkameras?

Apropos nicht zu schwer: hier kommen Systemkameras ins Spiel, die sich zurecht ein eigenes Plätzchen auf dem Markt gesichert haben. Systemkameras haben keine Spiegelkomponente mehr, sind also (auf englisch) „mirrorless“. Darum werden diese Modelle auch DSLM-Kameras (Digital Single Lens Mirrorless) genannt. Vor einigen Jahren wurden diese Systeme noch belächelt, vor allem von Profis. Heute sind die Systemkameras mit wirklich interessanter Technik ausgestattet und werden von Profis gern eingesetzt.

Das wichtigste aber: man sollte die Grundlagen der Kamera-Technik verstehen und wissen, welche Einstellungen man nutzen sollte, um einen guten Film mit der DSLR zu drehen, denn filmen verhält sich eben anders als fotografieren – auch wenn die wichtigsten Grundlagen zum Thema Blende, Belichtungszeit und ISO auch beim Filmen gelten.

 

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Filmen mit DSLR lernen

Grundlagen der Kamera-Technik einfach verstehen

Beim Filmen setzt die Kamera im Prinzip mehrere Bilder in einer Sekunde zusammen, wenn diese Bilder dann abgespielt werden, erscheint es unseren Augen als durchlaufender Film.

Wie viele Bilder pro Sekunde aufgenommen werden, kann man an fast jeder Kamera einstellen – mit der Auswahl der Bildfrequenz, auf English Framerate genannt. Für Kinofilme werden 24 Bilder pro Sekunde (frames per second = fps) aufgenommen, für das deutschen Fernsehen 25 Bilder pro Sekunde und im Fomat PAL ausgespielt, im amerikanischen TV werden 30 Bilder pro Sekunde aufgenommen und im Format NTSC ausgespielt.

Alles, was später im Schnitt in Slow Motion gestreckt werden soll, filmt man am besten mit 50 oder 60 fps – viele Smartphones filmen sogar mit 120 fps oder sogar 240 fps.

Verwirrung komplett? Der Grund für diese Unterschiede, gerade in den Ländern, sind unterschiedliche Wechselspannungsfrequenzen – die USA und Japan haben eine Wechselspannung von 60Hz, Europa von 50Hz. Das muss man immerhin wissen, wenn man in einem Land drehen will, dass eine andre Wechselspannung nutzt.

Filmt man zum Beispiel in Japan in einem Raum mit alten Neonröhren auf 24fps, dann wird man spätestens im Schnitt unschöne große schwarze Balken sehen, die fröhlich durch das Bild fließen und für ein schreckliches Flackern sorgen. Für unsere Augen sind nämlich die unterschiedlichen Wechselspannungsfrequenzen nicht sichtbar, wohl aber für die Kamera.

Für ein angenehmes filmen mit der DSLR gilt: man sollte zumindest wissen, dass es eben durchaus einen Unterschied macht, ob man an seiner Kamera 24 oder eben 25 fps einstellt. Wer einen Kinolook will, der stellt 24fps ein. Und wer später noch die Möglichkeit haben möchte die Aufnahmen zu verlangsamen, der sollte auf 50 oder 60 fps gehen.

 

Warum das?

Würdest du eine Aufnahme mit 24 fps machen und willst sie später im Schnitt nur mit halber Geschwindigkeit abspielen, dann werden nur noch 12 fps, also 12 frames per seccond = 12 Bilder je Sekunde abgespielt. Das Ergebnis: Dein Film läuft nicht flüssig. Es sieht aus wie bei einem langsamen Daumenkino. Ein Bild erscheint nach dem anderen, aber wir haben keine flüssige Bewegung mehr im Video.

 

Automatische Kameraeinstellung versus manuelle Einstellung

Eine weiterer Tipp, wie man mit einer DSLR richtig gute Filme macht: am besten verzichtet man auf die automatischen Grundeinstellungen und wählt den manuellen Betrieb aus. Dafür sollte man einige grundlegende Dinge wissen. Zum Beispiel wie man Blende und Belichtungszeit einsetzt. Die Blende regelt wie viel Licht in die Kamera kommt. Als Nebeneffekt können wir sie dafür nutzen, um den Tiefenschärfebereich zu optimieren. Bei einer kleinen Blendenzahl (= einer große geöffneten Blende) entsteht eine geringe Schärfentiefe. D.h. der Hintergrund wird unscharf. Bei eine große Blendenzahl (= einer gering geöffneten Blende) entsteht eine große Schärfentiefe. D. h. der Hintergrund ist eher scharf zu sehen, auch wenn Objekte unterschiedlich weit von der Kamera entfernt sind. Soweit verstanden? Falls nicht, schau hier mal bei Sony rein oder schau dir mal diese praktische Cheat Card für Fotografen an.

Die Belichtungszeit, könnte man meinen, ist komplett unerheblich für das Filmen mit einer DSLR, denn mit ihr wird ja eigentlich Bewegung suggeriert oder angehalten – zumindest für ein Foto. Aber im Film bewegt sich ja eh alles. Dennoch heißt das nicht, dass man die Belichtungszeit beliebig wählen sollen – denn das kann zu unerwünschten Effekten führen.

Als goldene Regel gilt, dass ein Video, das mit 50 fps gefilmt wird, mit einer Belichtungszeit von 1/50 bis 1/100 Sekunde gedreht werden sollte, denn damit entstehen „natürliche“ Unschärfen in Bewegungen, die eine gewisse Art an Natürlichkeit vermitteln. Man sollte also immer die einfache oder doppelte Framerate in der Belichtungszeit wiederfinden.

Wählt man eine kürzere Belichtungszeit, also beispielsweise eine 1/400 Sekunde, wird das Bild umso schärfer und ungewohnt für das Auge. Das sollten wir vermeiden.

 

Richtig fokussieren bei einem Dreh mit einer DSLR Kamera

Und wie bekommt man beim Filmen mit einer DSLR den Fokus hin? Fokussieren mit einer DSLR ist kein einfaches Ding – natürlich gibt es den Autofokus wie beim Fotografien, aber der ist eben nur eine Momentaufnahme, wenn sich das Objekt vor der Kamera nicht bewegt. Beim Kinofilm gibt es einen echten Job für jemanden, der nichts anderes macht, als die Objektive der Kamera zu fokussieren, den sogenannten Fokus-Puller.

Mit einer DSLR ist das schon schwieriger, vor allem weil die Monitore so klein sind. Manchmal sind auch die Objektive einfach zu langsam. Aber die meisten DSLR Kameras bieten eine Lösung für ein gutes fokussieren an. Manche haben einen Touchscreen und fokussieren automatisch dort, wo man hingetippt hat, andere bieten ein sogenanntes Fokus Peaking an.

Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt und seine Kamera genau studiert, ausprobiert und richtig einstellt. Vor allem das Gesichtstracking ist bei vielen Kameras sehr hilfreich. Denn letztendlich schafft es nur ein scharfes Bild in die engere Auswahl.

 

Tonaufnahmen für einen Videodreh mit einer DSLR Kamera

Ein weiterer Faktor, der gern beim ersten filmen mit einer DSLR vergessen wird, ist der Ton. Wohl jede DSLR Kamera hat ein Mikrofon eingebaut, die meisten aber sind eher schnöde Hilfsmittel – vernünftig Tonaufnahmen lassen sich damit nicht erzielen. Jeder noch so kleine Windzug donnert einem im Schnitt um die Ohren, und jeder der auch nur einen Meter weit weg steht und spricht, hört sich nachher an, als stünde er mit Mülltonne über dem Kopf sprechend gleich zehn Meter weiter weg.

Kurz: für richtige Interview-Situationen oder elegante Tonaufnahmen braucht man leider ein zusätzliches Mikrofon. Und auch hier kommt es auf die Art der gewünschten Tonaufnahme an, ob Richtmikrofon oder gar Ansteckmikrofon – der Markt ist voll mit entsprechendem Zubehör, für jeden Wunsch und jeden Geldbeutel ist etwas dabei.

Ich habe viele Jahre mit dem RODE smartLav + Lavalier-Mikrofon zum Anstecken* gearbeitet. Das habe ich den Interviewpartnern angesteckt und den Ton mit dem Smartphone aufgenommen. Im Schnitt habe ich Ton und Bild dann synchronisiert.

Inzwischen nutze ich gerne das RODE RødeLink Filmmaker Kit mit Funk Mikrofon*. Der große Vorteil: Der Ton wird direkt in deiner Videodatei aufgenommen und du musst das im Schnitt später nicht synchronisieren.

 

Filmen mit DSLR: Zubehör

Apropos Zubehör: es gibt wohl erstmal nur ein Zubehör, dass man sich auf jeden Fall zulegen sollte, ein Stativ. Filmen mit der DSLR Kamera heißt auch: wenn man die Kamera nicht stabilisiert, verwackelt wirklich jede einzelne Aufnahme und ist so vielleicht nicht mehr brauchbar. Also lieber ein einfaches Stativ dabei haben und dann drehen – damit man die Bilder auch später wirklich nutzen kann. Ich persönlich habe mit diesem Stativ von Manfrotto* gute Erfahrungen gemacht.

 

Mehr Tipps gefällig? In meinem Film Workshop verrate ich dir alle Kniffe für den perfekten Dreh deines eigenen Films. Dabei geht es nicht nur um das Einstellen deiner DSLR Kamera, sondern auch um Konzept, Storyboard, Equipment und Videoschnitt. Ich würde mich freuen, wenn du dir den Videokurs anschaust.

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